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Männerapéro mit Dr. Josef Lang

Demokratie in der Schweiz

Samstag, 14. September 2024, 9.30 Uhr

Reformiertes Kirchenzentrum Nussbaumen

Demokratie in der Schweiz

Der Basler Rechtsprofessor und spätere FDP-Nationalrat Max Imboden schrieb 1964 in seinem berühmten Buch „Helvetisches Malaise“ den Satz: „Im 19. Jahrhundert waren wir eine revolutionäre Nation; heute sind wir eine der konservativsten der Welt.“ Tatsächlich schuf die Schweiz 1874 die damals fortschrittlichste Verfassung der Welt. Dass das Frauenstimmrecht erst 97 Jahre später eingeführt wurde, findet seine Erklärung im 20. Jahrhundert. Was erklärt die Errungenschaften im 19. Jahrhundert? Was heisst langer Kulturkampf in der Schweiz? Wie kam es zur Wende im 20. Jahrhundert? Warum wählte der Bürgerblock (FDP, KK, BGB) erst 1943 einen Sozialdemokraten in den Bundesrat? Welche Rolle spielte die legendäre Geistige Landesverteidigung (1938-1989) bei der späten Einführung des Frauenstimmrechts? Was änderte sich zwischen 1968 und 1989? Warum bewegte die Armeefrage derart stark? Was erklärt den Aufstieg der SVP zwischen 1991 und 2018? Was passierte seither?

Nach dem historischen Überblick werden die aktuellen demokratischen Herausforderungen thematisiert: Ausschluss eines Viertels der erwachsenen Bevölkerung / Wachsende Ungleichheit und demokratisches Gleichheits-Prinzip / Nationalstaatliche Demokratie und Globalisierung (insb. EU, aber auch UNO, Nato) / Zunahme des Widerspruchs von Volks- und Ständemehr / Säkularisierung, Religionspluralismus und Landeskirchen / Zukunft der Neutralität und Direkte Demokratie

Schlussfrage: Was kann die Schweiz von 1874 lernen?

Referent:

Josef Lang, geboren 1954 in Aristau (Freiamt) in Bauernfamilie / Bezirksschule Muri / Kollegi Sarnen / Matura 1973 in Zug. Studium der Geschichte, Philosophie, Literatur in Zürich und San Sebastian / Doktorat 1981 über Basken unter Franco / Berufsverbot aus politischen Gründen an Uni und an Mittelschulen / 1982 bis 2018 Allgemeinbildender Lehrer in Zürich / 1982 – 2011 Stadt-, dann Kantons-, schliesslich Bundes-Parlamentarier / Politisches Engagement vor allem in GSoA, gegen Zuger Rohstoffkonzerne und für Steuergerechtigkeit / Seit 1988 Publikationen zur Schweizer Geschichte, vor allem über Armee, Katholizismus, Antisemitismus / Jüngste Bücher: Kulturkampf. Die Schweiz des 19. Jahrhunderts im Spiegel von heute (gemeinsam mit Pirmin Meier) 2016 / Demokratie in der Schweiz. Geschichte und Gegenwart 2020.

Programm:

09:30 Uhr: Eintreffen und Zeit für Gespräche unter Männern
10:00 Uhr: Referat und anschliessend Zeit für Fragen und Diskussion
11:30 Uhr: Abschluss mit kleinem Apéro und Gesprächen

Die Pfarreien und Gemeindeteile des Siggenthals laden interessierte Männer herzlich ein.

Info: Martin Zingg, Vorbereitungsteam Männerapéro, martin.zingg@mail.ch