1. Ref. Baden plus
  2. |
  3. Allgemein
  4. |
  5. endlich leben.

endlich leben.

Sterben bedeutet vergehen, abbauen, Abschied nehmen und Verlust. Das sind ungewohnte Themen. Denn Sterben ist heute weitestgehend aus der Gesellschaft verdrängt. Öffentliche Aufbahrungen oder Trauerzüge durch die Stadt gibt es kaum mehr. Viele Beerdigungen finden im engsten Familienkreis statt. Viele von uns haben noch nie einen Leichnam gesehen und noch keinen Menschen beim Sterben begleitet.

Die Novemberreihe «endlich leben.» lädt ein über die Endlichkeit des Lebens ins Gespräch zu kommen. Umrahmt werden die Veranstaltungen von Gottesdiensten: zum Auftakt der Kantatengottesdienst am Reformationssonntag, 1. November in Baden sowie zum Abschluss die Gottesdienste zum Ewigkeitssonntag am 23. November. Einen Höhepunkt bildet das Mitmachkunstprojekt sterbensmutig unter der Leitung von Selina Lauener, das von Donnerstag, 5. November bis zum Sonntag, 8. November auf dem Schlossbergplatz zum Austausch über die Endlichkeit des Lebens einlädt. Darüber hinaus bietet der Workshop «Zum Abschluss meiner Lebensreise» mit Eva Niedermann (Fachmitarbeiterin Alter und Generationen Reformierte Landeskirche Zürich) und Dr. Heinz Rüeger (Theologe, Ethiker und Gerontologe) am Dienstag, 3. November Gelegenheit, sich mit einer Kunst des Sterbens aus der Perspektive des Hohen Alters auseinanderzusetzen.

Sonntag, 1. November – 10.15 Uhr reformierte Kirche Baden

Den Auftakt zur Novemberreihe «endlich leben.» bildet der Kantatengottesdienst zum Reformationssonntag. Im Zentrum des Gottesdienstes mit Abendmahl steht die Kantate von Johann Sebastian Bach «Ach wie flüchtig, ach wie nichtig» BWV 26. Diese thematisiert auf Basis des Kirchenliedes von Michael Franck die Vergänglichkeit allen menschlichen Lebens sowie die Unbeständigkeit aller irdischer Dinge. Unter der Leitung von Thomas Jäggi bringen Hannah Mehler (Sopran), Elmar Hauser (Alt), Raphael Höhn (Tenor) und Ismael Arróniz (Bass) die Kantate zum Klingen. Begleitet werden sie vom Orchester «ad hoc» bestehend aus auf alte Musik spezialisierte Musizierende. Die Predigt und den Gottesdienst wird verantwortet von Pfarrerin Birgit Wintzer.
Im Anschluss an den Gottesdienst erklingt die gesamte Kantate noch einmal als Matinee.

Dienstag, 3. November – 18.30 – 21.30 Uhr reformiertes Kirchgemeindehaus Baden

Der Abend mit Eva Niedermann (Fachmitarbeiterin Alter und Generationen Reformierte Landeskirche Zürich) und Dr. Heinz Rüeger (Theologe, Ethiker und Gerontologe) bietet Gelegenheit, sich mit einer Kunst des Sterbens aus der Perspektive des Hohen Alters auseinanderzusetzen. Auf dem Hintergrund des neuen Erwachsenenschutzrechts werden im Laufe des Abends Antworten gesucht unter anderem zu den Fragen: Wie regelt man den Abschluss der eigenen Lebensreise? Wie trifft man Vorkehrungen, für den Fall, dass man nicht mehr für sich selbst entscheiden kann? Um Anmeldung wird gebeten bis spätestens am 30. Oktober 2026 per mail an info@ref-baden.ch oder telefonisch unter 056 56 200 55 00.

Mittwoch, 4. November – 14.00 – 14.30 Uhr und 15.00 – 15.30 Uhr reformierte Kirche Baden, Märchen & Orgel zum Jahrmarkt, anschliessend je 20 Minuten Orgelbesichtigung

Die Erzählerin Irène Novak-Lüscher entführt zusammen mit Thomas Jäggi, Organist, alle ab 5 Jahren mit zwei fesselnden Geschichten aus aller Welt, erzählt in der bildhaften Sprache des Märchens über Vergänglichkeit und das Leben. Im Anschluss an die Darbietung sind die Kinder herzlich eingeladen, die Orgel aus nächster Nähe zu entdecken und selbst auszuprobieren.

Donnerstag, 5. November – 18.00 Uhr bis Sonntag, 8. November Mitmachkunstprojekt sterbensmutig von Selina Lauener auf dem Schlossbergplatz

Das Kunstprojekt in Zusammenarbeit mit der Reihe endlich leben. der Reformierten Kirche Baden plus startet am Donnerstag um 18 Uhr mit einer Vernissage und ist bis Sonntag, 8. November auf dem Schlossbergplatz zu sehen. Weitere Informationen unter http://sterbensmutig.ch.

Freitag, 6. November 17.30 Uhr Kinoabend «Die Tabubrecherin» Kino Sterk

In Zusammenarbeit mit STERK CINE AG wird der Schweizer Film «Die Tabubrecherin» gezeigt. Der Film begleitet die Gesundheitspsychologin Michèle Bowley während ihrer letzten Lebensmonate. «Ich sammle Leben, nicht Jahre», sagt Michèle Bowley. Diesem Leitmotiv bleibt sie bis ans Ende ihres Lebens treu. Sie stellt sich der Heftigkeit medizinischer Behandlungen. Aber auch im spirituellen Bereich und in der Natur holt sie sich immer wieder Hilfe. So findet sie zur Stille, zu sich selbst. Für Michèle ist das Sterben ein Abenteuer, auf das sie sich einlässt und das sie bis zum letzten Moment auskosten will. «Die Tabubrecherin» ist ein Filmerlebnis, das geprägt ist von Mut und Zuversicht in das Wesentliche unseres Daseins. Direkt im Anschluss findet ein Filmgespräch mit den Filmemachern statt.
Eintrittspreis, Reservationen/Ticketkauf: täglich von 14-21 Uhr unter 056 204 04 04 oder online unter www.sterk.ch

Sonntag, 8. November 10.15 Uhr Matineegottesdienst «Nun ruhen alle Wälder»

Vor 350 Jahren verstarb der Pfarrer und Liederdichter Paul Gerhardt. Seine Lieder werden in der ganzen Welt gesungen: 139 hat er gedichtet, 25 wurden ins Reformierte Gesangbuch aufgenommen. Im Gottesdienst zur Reihe «endlich leben.» steht das Lied «Nun ruhen alle Wälder» im Zentrum. In der anschliessenden, etwa halbstündigen Matinee erklingen Choralbearbeitungen zu Liedern von Paul Gerhardt, musiziert an der Orgel von Verena Friedrich.

Sonntag, 23. November Gottesdienste zum Ewigkeitssonntag «Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu».

Den Abschluss der Reihe bilden die Gottesdienste zum Ewigkeitssonntag. In den Gottesdiensten wird der verstorbenen Mitglieder der Kirchgemeinde gedacht. Es werden ihre Namen genannt und Kerzen für sie angezündet. Die Gottesdienste öffnen der Hoffnung auf eine neue Welt Gottes Raum, wo das Sterben und der Tod nicht mehr das letzte Wort haben.

Weitere aktuelle Informationen zur Reihe endlich leben. auf der Homepage der Reformierten Kirche Baden plus.